Einbindung der Bevölkerung in den Entscheid zum neuen Forsteinrichtungsplan

- Treffen der CDU Bürgervereinigung -

Alle zehn Jahre entscheidet der Gemeinderat im sogenannten Forsteinrichtungsplan darüber wie der Bammentaler Wald in den nächsten 10 Jahren grundsätzlich bewirtschaftet werden soll. "Welche Holzmenge kann im Schnitt entnommen werden? Wie soll der Einschlag von statten gehen?" und viele weitere Fragen sind dabei zu beantworten. Dieser Plan ist die Grundlage der jährlich vom Gemeinderat festzulegenden Einzelmaßnahmen.

Dabei werden wirtschaftliche Aspekte, Naturschutz und Nachhaltigkeit miteinander verbunden bzw. in Übereinstimmung gebracht. Was die Wenigsten wissen, der Begriff "Nachhaltigkeit" kommt aus der Deutschen Forstwirtschaft. Es wird immer nur so viel Holz eingeschlagen, wie nachwächst. Dabei geht es um sehr lange Zeiträume. Im für Bammental typischen Buchenwald wird in einem Alter von 120 bis 140 Jahre eingeschlagen. D.h. aktuell profitiert die Gemeinde von der Arbeit der Vorfahren zu Zeiten des Kaiserreichs.

Teilnehmer des Treffens wiesen darauf hin, dass Bammentaler aktiv in die Forstwirtschaft mit eingebunden sind. Vom Forstamt erwerben sie Schlagraum, d.h. in einem gewissen Bereich des Waldes können die verbliebenen Baumkronen, usw. entnommen werden. Statt mit Öl oder Gas wird dann mit dem heimischen Kachelofen geheizt. Zudem wird der Wald von vielen Bürgerinnen und Bürgern als Erholungsraum genutzt.

Viele Menschen in der Gemeinde interessieren sich also sehr für die Entwicklung des Bammentaler Forsts. Besonders freut die CDU Bammental, dass dieses Interesse langfristig ist.

Dies sollte bei der Fortschreibung des Forstentwicklungsplans berücksichtigt werden, die in nächster Zeit ansteht. Auf dem Treffen der CDU ging es daher um zwei grundsätzliche Fragen:

Wie kann der Plan unter Einbindung der Bevölkerung aufgestellt werden?

Welche inhaltlichen Themen sind intensiv zu diskutieren?

Um die Bevölkerung bei der Aufstellung des Planes mitzunehmen, spricht sich die CDU für ein dreistufiges Verfahren aus: Zunächst könnte der Gemeinderat mit der Forstverwaltung einen Entwurf des zukünftigen Forsteinrichtungsplanes erstellen, durchaus auch mit Optionen beim ein oder anderen Punkt. Dieser Entwurf kann dann allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, sowie natürlich auch entsprechenden Interessensgruppen zur Verfügung gestellt werden. Die Anpassungsvorschläge aus der Bevölkerung können dann z.B. in der jährlichen Bürgerversammlung diskutiert und zu Teilen aufgenommen werden. Endgültig wäre der Plan dann vom Gemeinderat zu verabschieden. Dabei werden sicher nicht alle Wünsche aus der Bevölkerung erfüllt werden können, aber die Ideen aus der Bevölkerung würden den Gemeinderat in seiner Entscheidungsfindung unterstützen.

Um die grundsätzliche Bewirtschaftung des Waldes gab es auf dem Treffen der CDU inhaltlich wenig Diskussion. Schließlich wird bereits heute dafür Sorge getragen, dass der Wald nicht abnimmt. Vielmehr hat die bewaldete Fläche auf unserer Gemarkung in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Gerade in Hanglagen wird schonend eingeschlagen, d.h. für fünfstellige Beträge werden spezielle Techniken eingesetzt. Mit dem Gewann Hollmuth werden rund 25% der Waldfläche auf Bammentaler Gemarkung gar nicht mehr bewirtschaftet, zudem sind ca. 3% des Bammentaler Waldes an weiteren Stellen aus der (wirtschaftlichen) Nutzung genommen.

Allerdings gibt es diverse Punkte, die bei einem zukünftigen Forstentwicklungsplan im Detail anzuschauen sind. So gibt es inzwischen z.B. das sogenannte Alt- und Todholzkonzept, hier verbleiben bei einem Einschlag Teile der Fläche und werden anschließend sich selbst überlassen. Dies wird in Bammental bereits gemacht, sollte aber genauer angeschaut werden. Die CDU würde sich sehr freuen, wenn die Bevölkerung hier weitere Ideen in die Diskussion einbringen dürfte.

Schließlich gilt es auch die Belange des Naturschutzes gegen die der Energiewende abzuwägen. Ein Baum kann entweder als Altholz im Wald verbleiben oder zur Energiegewinnung genutzt werden.

Dr. Albrecht Schütte